Diese Parteilichtkeit der Gemeinde stinkt uns erst einmal....Gestern schlagen wir die Zeitung auf und denken wir lesen nicht richtig: „Projekt Biogasanlage stinkt Rat erstmal“. Vorweg - auch wir finden Biogasanlagen total überflüssig und schließen uns den Kritikpunkten des Bauamtsleiters Bethge bezüglich der Emissionen an. Wir setzen sogar noch einen drauf und sagen: Anlagen, die Lebensmittel verbrennen und durch den übermässigen Maisanbau die Natur und die Böden schädigen, gehören bestimmt nicht zu den zeitgemässen nachhaltigen alternativen Stromerzeugern. Nun, wegzaubern kann man Biogasanlagen ja leider nicht. Also werden sie irgendwo gebaut. Am besten für uns alle natürlich in Gebieten, wo wenig Menschen wohnen oder arbeiten, damit man sie auch so wenig wie möglich wahrnimmt. Also im Aussenbereich oder in Gewerbegebieten z.B. Was stimmt denn dann an diesem Zeitungsartikel nicht? Während Bauamtsleiter Bethge wenig Probleme damit hat, einem Antragsteller vom Giersberg einen wirklich stinkenden, umweltschädlichen Hähnchenmaststall zu ermöglichen - ja, ihm sogar bei der Erschliessung der Zufahrt behilflich ist und damit mehreren hundert Bürgern plus mehr als 1000 Einwendern vor's Schienbein tritt, um diesem seinen Hähnchenmaststall in direkter Nachbarschaft zu einem Wohngebiet (ca. 300 m) zu ermöglichen, entwickelt er sich hier bei der Biogasanlage , die mitten in der Pampa, fast einen Kilometer vom nächsten Wohngebiet entfernt gebaut werden soll, zum Umweltschützer....?!. Es klingelt uns heute noch im Ohr, als der damalige Bürgermeister Mattfeldt als Verwaltungschef in Sachen Hähnchenmaststall gebetsmühlenartig wiederholte: „das ist ein privilegiertes Bauvorhaben. Da ist nichts zu machen“. Nun lesen wir in Sachen Biogasanlage, dass es sich hierbei auch um ein „privilegiertes Bauvorhaben“ handele. Also im Prinzip das gleiche wie beim Hähnchenmaststall. Mit dem entscheidenden Unterschied, dass eben derselben Gemeinde, die noch in Sachen Hähnchenmast „nichts machen konnte“ nun mit einem Mal jede Menge einfällt, um die ungeliebte Biogasanlage zu verhindern. Plötzlich wird Bauamtsleiter Bethge bewusst, dass „Gerüche in erheblichem Umfang“ entstünden. Dass Biogasanlagen und Hähnchenmastställe und Mastanlagen im allgemeinen stinken, ist nun wirklich nicht neu. Das hat Bethge in seinem langjährigen Wirken als Bauamtsleiter von anderen Betroffenen bestimmt schon häufig gehört. Woher rührt also der plötzliche Sinneswandel und die persönliche Betroffenheit? Liegt es etwa daran, dass sich die Betriebe im ca. 500 Meter entfernten Gewerbegebiet über den Gestank beschweren könnten? Dass dem Bauamtsleiter die Betriebe mehr am Herzen liegen als die Bürger, das kennen wir ja schon aus der letzten Erörterung (zum Hähnchenmaststall) im Jahr 2008. Oder daran, dass er die noch reichlich vorhandenen Grundstücke im Gewerbegebiet nun nicht mehr verkaufen kann und dadurch schon fest eingeplante Gewerbesteuern möglicherweise flöten gehen? Oder es stinkt ihm gar persönlich....??? – denn sooooo weit entfernt wohnt der Bauamtsleiter ja nun auch nicht vom geplanten „Stein des Anstoßes“ .... Dabei ist doch heute schon klar, dass noble Firmen, z.B. aus der IT-Branche um Ansiedlungen in einem Gewerbegebiet mit reichlich Mastställen und zukünftigen Biogasanlagen einen großen Bogen machen werden. Ähnliches gilt im übrigen für neues Bauland. Entweder man will die Gegend industrialisieren oder vollstinken. Beides zusammen verträgt sich nicht. Zum Schluss wundert uns aber noch ein ganz anderer Aspekt: Zum wiederholten Male gibt es einen ausführlichen Zeitungsbericht über Entscheidungen der Gemeinde (Baugebiet Hollengraben, jetzt die Biogasanlage) ohne Stellungnahme des Bürgermeisters, der ja als Chef der Verwaltung eigentlich für diese Angelegenheiten die erste Adresse sein sollte.....??? Nun ja, in der heutigen Ausgabe der Kreiszeitung gab es ja einen kleinen Mini-Kommentar vom Bürgermeister. Er hat mit fast den gleichen Worten wiederholt, was bereits einen Tag zuvor in der Zeitung stand – nur etwas weniger pathetisch. War ja auch nur ein Mini-Kommentar. Für Außenstehende könnte nun den Eindruck entstehen, dass sich Bürgermeister und Bauamtsleiter bezüglich der „Informationen aus dem Rathaus“, auf denen der Zeitungsbericht basierte, wohl nicht mehr absprechen....und dass, obwohl ihre Dienstzimmer nur ca. 10 Meter weit auseinander liegen. |
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