Bislang haben sich deutsche Wissenschaftler kaum getraut, die Schweinegrippe mit der Massentierhaltung in Verbindung zu bringen. Zu mächtig ist die deutsche Agrarlobby, der auch Verflechtungen mit verschiedenen Universitäten vorgeworfen werden.
Umso erfreulicher ist es, dass sich jetzt der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) offensiv zum Thema positioniert hat. Prof. Dr. Thomas Löscher, BDI-Experte und Leiter der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München, sagte gegenüber Focus, dass die Häufigkeit von Influenza-Infektionen mit der Dichte von Schweinen in der Massentierhaltung erheblich zunimmt.
Weiterhin sagt Prof. Löscher: »Von Schweinen weiß man, dass sie sowohl anfällig für Influenza-Viren bei Vögeln als auch für menschliche Virustypen sind.« Der enge Kontakt zu Menschen und teilweise auch Hühnern sei daher sehr gefährlich. Und weiterhin sagt er: »Eine artgerechtere Haltung in kleineren Populationen würde die Gefahr der Entstehung und Ausbreitung neuer gefährlicher Influenza-Virus-Typen vermutlich deutlich verringern.«








