Ein sehr aufschlussreicher Bericht der "unabhängigen Bauernstimme" zu den Hintergründen der Vertragsmast mit Fa. Wiesenhof, Rothkötter, Stolle und Sprehe:
Wiesenhof-Werbeveranstaltung [bitte anklicken]
Widerstand gegen Maststallwelle in OstniedersachsenBei einer Protestaktion mehrerer Bürgerinitiativen gegen eine Anwerbeveranstaltung des Geflügelkonzerns Rothkötter für Vertragsmäster in Gifhorn rief heute die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) zum „Widerstand gegen die drohende Agrarindustrialisierung Ostniedersachsens“auf. Die niedersächsische Landesregierung biete derzeit den Hähnchen-Baronen aus der überfüllten Intensivregion Emsland/Weser-Ems als „Ausweichregion“ den vorwiegend ackerbaulich genutzten Raum zwischen Northeim und Lüneburg an. Agrar-Staatssekretär Ripke trete sogar als „Vermittler“ auf. Was ist das bundesweite Netzwerk "Bauernhöfe statt Agrarfabriken" ? Verlängerung der Entscheidungsfrist...Für sich betrachtet ist der 09.01.2010 eigentlich ein ziemlich harmloses Datum. Doch ganz ohne Bedeutung ist es nicht, immerhin wurde die Entscheidungsfrist für die Genehmigung des 100.000er Hähnchenmaststalls erneut verlängert - bis zum 09.01.2010. Da es jedoch bis heute keine Entscheidung gibt, können wir davon ausgehen, dass die Entscheidungsfrist - wie schon von Baudirektor Lück in der letzten Ausschusssitzung angekündigt - noch um mindestens weitere 3 Monate verlängert wird. Der nächste Stichtag wäre dann ja der 09.04.2010. Damit wir hier nicht den Überblick verlieren, anbei eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Daten: 14.03.2008: Ankündigung des Maststalls im Amtsblatt Nr. 11/2008 24.04.2008: Ende der öffentlichen Auslegung der Unterlagen 08.05.2008: Ende der Einwendungsfrist, insgesamt gingen 215 Einwendungen beim Landkreis ein 05. und 06.06.2008 : Erörterungstermin im Landkreis Verden 09.08.2008: Petition einiger Anwohner an den Nds. Landtag 12.09.2008: In nur 2 Wochen sammeln Anwohner mehr als 1000 Unterschriften gegen den Mega-Maststall und überreichen sie Landrat Bohlmann 09.10.2008: Ende der Entscheidungsfrist - 1. Verlängerung 09.01.2009: 2. Verlängerung der Entscheidungsfrist 11.02.2009: Gründung der Bürgerinitiative: IGM Hähnchenmaststall GbR 18.02.2009: Petitionsausschuss stellt Fehler und Lücken im Gutachten des Antragstellers fest und bestätigt damit die Einwendungen der Bürgerinitiative. Das Gutachten muss überarbeitet und erneut ausgelegt werden. Siehe Presse 09.04.2009: 3. Verlängerung der Entscheidungsfrist "Verfahren wird neu aufgerollt" 09.06.2009: 4. Verlängerung der Entscheidungsfrist 24.09.2009: Nds. Sozialministerium stellt aufgrund unserer Petition fest, dass auch die Straße zum geplanten Maststall nicht breit genug ist. 09.10.2009: 5. Verlängerung der Entscheidungsfrist 09.01.2010: 6. Verlängerung der Entscheidungsfrist
WGL und SPD lehnen Maststallerweiterung in Daverden abIn der Ortsratssitzung in Daverden stimmten WGL und SPD am letzten Dienstag gegen die Erweiterung des - aus heutiger Sicht - unzulässigerweise errichteten Schweinemaststalls des Landwirts Spöring. Dieser Schweinestall im Gewerbegebiet Langwedel/Daverden hätte vor 3 Jahren gar nicht erst gebaut werden dürfen, weil die Geruchsbelästigung von vornherein zu groß war. Also musste eine Lösung her: Damals hatte ein Mitarbeiter des Landkreises Verden die Immissionswerte passend gerechnet. Glück gehabt, Herr Spöring! Der Schweinestall mit 984 Schweinemastplätzen ist nun 3 Jahre alt und genießt inzwischen Bestandsschutz. Nun soll er erweitert werden. Man fragt sich allerdings, wie das gehen soll, schliesslich war ja schon der bisherige Stall aufgrund der hohen Geruchsemissionen unzulässig. Wie also sollen weitere 768 Schweine untergebracht werden, also der Tierbestand quasi verdoppelt werden, ohne dass es noch mehr stinkt? Die rettende Antwort hat in diesem Fall - mal wieder - Prof. Dr. Oldenburg, seines Zeichens Gutachter des Antragstellers. Nach Oldenburg's Berechnungen stinkt selbst der erweiterte Schweinemaststall mit fast doppelt so vielen Tieren viel weniger (!) als der alte Stall vorher, da doch im neuen Stall höhere Schornsteine eingebaut werden.....?!? siehe auch Bericht des Achimer Kuriers / Verdener Nachrichten vom 19.11.2009 Erneute Verlängerung der Entscheidungsfrist bis zum 09.01.2010Die letzte Ausschusssitzung im Landkreis Verden brachte nicht allzu viele neue Erkenntnisse - außer dass nochmal von offizieller Seite verkündet wurde, dass der Entscheidungstermin für die Genehmigung erneut verschoben wurde. Auf den 09.01.2010. Doch damit nicht genug. Herr Lück kündigte sogar "....noch mindestens eine, wenn nicht zwei weitere Verschiebungen..." an. Drohende Maststall-Welle bedroht auch LandwirteDie Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) sieht sich durch Äußerungen des Geflügel-Unternehmers Franz-Josef Rothkötter in ihrer Einschätzung bestätigt, dass die massiv betriebene Produktionsausweitung und Überschussproduktion bei Masthähnchen auf Kosten der Vertragsmäster bereinigt würde. Bei einer Großveranstaltung der Gemeinde Wietze (Landkreis Celle) zum geplanten Geflügelschlachthof am Montag habe der Schlachthof-Betreiber eine „absolut unrealistische Steigerung des Pro-Kopf-Verbrauchs“ von Hähnchenfleisch von derzeit 10,8 auf bis zu 15 kg prognostiziert, gleichzeitig aber eingeräumt, dass bei einer Überschuss-Situation und einem Preisverfall binnen 21 Tagen die Produktion eingeschränkt werde. Stadt Dannenberg votiert gegen industrielle TierhaltungDie Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) begrüßt den Beschluss des Dannenberger Stadtrats vom vergangenen Montag, in dem dieser sich für eine bäuerliche Landwirtschaft im Gemeindegebiet ausspricht und gegen eine industrielle Tierhaltung in ihrem Bereich. Die AbL bewertet diese Einigung auf ein landwirtschaftliches Leitbild als beispielgebend für viele weitere Kommunen und Landkreise, die sich gegen das Vordringen einer agrarindustriellen Landwirtschaft wehren. Die Rechte der Kommunen in diesem Bereich, so AbL-Agrarindustrie-Experte Eckehard Niemann, müssten angesichts der zunehmenden und unerwünschten Bauanträge von Agrarindustriellen und außerlandwirtschaftlichen Investoren gestärkt werden. Dies entspreche im übrigen auch den Forderungen von Gemeinden und Landkreisen in den agrarindustriell hochbelasteten Räumen im Emsland und im Weser-Ems-Raum. "wir wollen kein zweites Emsland werden"- Ostniedersachsen als neues Agrarindustrie-„Ausweichgebiet“- Agrarindustrielle Strukturen wie im Emsland drohen der Lüneburger Heide und Ost-Niedersachsen durch den Plan der Rothkötter-Gruppe („Emsland Frischgeflügel GmbH“), in Wietze bei Celle einen riesigen Hähnchenschlachtbetrieb zu bauen. Für die eine Million Schlachtungen pro Woche sollen 150 Vertragsmäster im Umkreis von 100 km produzieren. Die A 7 würde zum „Hähnchen-Highway“, so die Hannoversche Allgemeine, von Northeim im Süden über Hildesheim und Celle bis Soltau-Fallingbostel und Uelzen im Norden. ...kurz angemerktDas Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat gestern seinen Jahresbericht zur Lebensmittelüberwachung vorgestellt. Am schlechtesten schloss - wie schon im Vorjahr - die Warengruppe Fleisch / Wild / Geflügel / Erzeugnisse ab. Die Beanstandungsquote lag bei erschreckenden 19,2%. Es folgen alkoholische Getränke außer Wein (18,8%) sowie Eier und Eiprodukte (16,2%). Positiv erwähnt werden Frischobst, Frischgemüse und Kartoffeln aus inländischer Bioproduktion. [...Weiterlesen...] (Quelle: Albert Schweitzer-Stiftung). |
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