PRESSEMITTEILUNG von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Niedersächsischen Landtag
NR. 152
Datum: 30. April 2010
GRÜNE: Landesregierung beim fiktiven Walderlass total blamiert – Sander ohne jeden Schimmer
Verbindliche Klarstellung zur Rechtslage bei Agrarfabriken gefordert
Der agrarpolitische Sprecher der Landtagsgrünen Christian Meyer hat die heute (Freitag) verkündete Rücknahme des Erlasses bezüglich der fiktiven Waldumwandlung als "lange überfällig" begrüßt. Nicht zuletzt auch mit seinem Auftritt in der Fragestunde des Landtages habe Umweltminister Sander der gesamten Regierung Wulff eine "schwere Blamage" zugefügt. Der FDP-Politiker sei verantwortlich für "Rechtsverdrehungen, Absurditäten und Willkür". Zudem musste der "offenkundig mit dem Amt und der Rechtskunde überforderte Sander vor laufender Kamera von seinem Chef Christian Wulff über den Charakter und die Rechtsverbindlichkeit von Erlassen belehrt" werden. "Eine beschämende Darbietung, die an Peinlichkeit kaum noch zu überbieten ist", sagte der Grünen-Politiker.
Meyer wies darauf hin, dass die von seiner Fraktion in Auftrag gegebene Überprüfung durch den juristischen Dienst des Landtags bereits vor vier Wochen verdeutlich habe, dass der Erlass der Landesregierung nicht korrekt sei. "Trotzdem hielten Sander und seine neue Ministerkollegin Grotelüschen daran fest, um riesige Mastställe entlang der Hähnchenhighways auf Kosten von Umwelt, Tierschutz und Bevölkerung durchzudrücken", kritisierte der Grüne.
Meyer kündigte eine Überprüfung des Landtagsprotokolls auf offensichtliche Falschaussagen des Ministers an. Außerdem erwarten die Grünen eine schriftliche Klarstellung der Landesregierung an die Kommunen, dass bei der Genehmigung von Tierfabriken, das Bundesrecht mit den verbindlich vorgeschriebenen Mindestabständen zu Wäldern ohne Wenn und Aber einzuhalten ist.
NDR Fernsehen "Menschen und Schlagzeilen" vom 28.04.2010Beitrag in "Menschen und Schlagzeilen" (NDR Fernsehen) am 28.04.2010: "...ein heißer Kandidat für Wietze..."
Mit ca. 50 Bürgern und Lokalpolitikern diskutierten Vertreter der BI Etelsen am letzten Donnerstag über den aktuellen Stand des geplanten 100.000er Hähnchenmaststalls. "Vor zwei Jahren hat man uns überall erzählt, Ihr braucht Euch gar nicht aufzuregen, der Stall ist sowieso schon genehmigt" sagte Petra Krüler. Das war im April 2008. Bereits vor 2 Jahren gab es über 200 Einwendungen der Bürger gegen den Mega-Maststall. Des weiteren gab es eine Eingabe der Bürgerinitiative an den Petitionsausschuss in Hannover, welcher daraufhin das Emissionsgutachten des Antragstellers überprüfte und erheblichen "Ergänzungs- und Aktualisierungsbedarf" feststellte. Kurz darauf befand das Sozialministerium, dass auch die Giersbergstraße für den Schwerlastverkehr mit 40t-LKW's zu schmal sei und "Ausweichstellen" geschaffen werden müssten. Der Alptraum geht weiter...Heute stand im Sonntagstipp ein sehr treffender Artikel zum aktuellen Stand der Dinge:
Wo ist der Flächennutzungsplan ??Verdener Nachrichten / Achimer Kurier, 03.04.2010: Schreibt Einwendungen!!Seit dem 29.03. können die Antragsunterlagen (Gutachten etc.) beim Landkreis Verden und der Gemeinde Langwedel eingesehen werden (Öffnungszeiten: siehe aktuelle Bekanntmachung weiter unten). JEDER und damit ist wirklich JEDER (nicht nur aus Etelsen) gemeint, sollte Einwendungen formulieren. Macht von Eurem Bürgerrecht Gebrauch! Wenn dieser Stall genehmigt wird, dann werden in kürzester Zeit weitere Mastställe in der gleichen Größenordnung folgen, damit die geplante Mega-Schlachtanlage in Wietze (135 MILLIONEN (!!) Hühner pro Jahr) ausgelastet wird. Wir wollen kein zweites Emsland werden!! Bringt Euren Protest zum Ausdruck!! Bis zum 12.05.10 ist dafür Zeit, bis dahin muss Eure Einwendung beim Landkreis Verden eingegangen sein. Wir werden nach den Osterfeiertagen auf dieser Internetseite eine Mustereinwendung zur Verfügung stellen, die als Vorlage oder Anregung verwendet werden kann. Wir werden auch kurz nach Ostern ein öffentliches Treffen einberufen, um die weitere Vorgehensweise zu diskutieren. Alles weitere in ein paar Tagen ... Nochmal von vorn....Wir erinnern uns: Im März 2008 wurde dieser Stall mit 100.000 Masthähnchen schon einmal beantragt. Nun geht es von vorne los. Anbei die offizielle Mitteilung des Landkreises Verden zu diesem unerfreulichen Thema. Weitere Infos von unserer Seite folgen in Kürze:
Neubau eines Masthähnchenstalles in Langwedel-Etelsen Zusätzliche Bekanntmachung des Landkreises Verden gemäß § 10 Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) vom 15. März 2010 Herr Jürgen Ernst, Giersbergstraße 22, 27299 Langwedel, hat eine Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb einer Anlage zum Halten und zur Aufzucht von Geflügel (Masthähnchenstall) auf dem Grundstück 27299 Langwedel, Giersbergstraße 22, Gemarkung Etelsen, Flur 2, Flurstück 85/3 beantragt. Gegenstand des Antrages ist die Errichtung und der Betrieb eine Anlage zur Haltung/Aufzucht von Mastgeflügel mit 100.000 Hähnchenmastplätzen auf Einstreu. Die Inbetriebnahme der Anlage ist für 2010 vorgesehen. Das Vorhaben bedarf einer Genehmigung nach §§ 4, 10 des BImSchG in Verbindung mit Nr. 7.1 c) Spalte 1 des Anhangs der Verordnung über genehmigungsbedürftige Anlagen (4. BImSchV). Für das Vorhaben besteht gemäß §§ 3a, b UVPG eine Verpflichtung zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung, die unselbständiger Teil des immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahrens ist, da das Vorhaben in Nr. 7.3.1 c) der Anlage zum UVPG aufgeführt ist. Die notwendigen Unterlagen gemäß § 4e der Verordnung über Genehmigungsverfahren (9. BImschV) werden mit den Antragsunterlagen ausgelegt. Das Vorhaben wird wegen Änderungen der Antragsunterlagen gemäß § 10 Abs. 3 BImSchG und § 8 der 9. BImSchV zusätzlich öffentlich bekannt gemacht.
Der Genehmigungsantrag und die Antragsunterlagen liegen vom 29. März 2010 bis 28. April 2010 während der Dienststunden zur Einsicht bei folgenden Behörden aus:
Während der Auslegung und bis zu zwei Wochen nach Ablauf der Auslegungsfrist (29. März bis 12. Mai 2010), können Einwendungen gegen das Vorhaben schriftlich bei den vorgenannten Behörden erhoben werden. Mit Ablauf der Frist sind alle Einwendungen ausgeschlossen, die nicht auf besonderen privatrechtlichen Titeln beruhen. Die Einwendungen sollen die volle leserliche Anschrift des Einwenders tragen. Einwendungsschreiben werden dem Antragsteller bekannt gegeben. Auf Verlangen des Einwenders/der Einwenderin werden Name und Anschrift vor Bekanntgabe unkenntlich gemacht, soweit die Angaben nicht zur Beurteilung des Inhaltes der Einwendung erforderlich sind. Werden Einwendungen erhoben, können diese auch bei Ausbleiben des Antragstellers oder von Personen, die Einwendungen erhoben haben, in einem Erörterungstermin erörtert werden. Der Termin ist für Montag, den 14. Juni 2010 ab 10.00 Uhr im Kreistagssaal, Zimmer 0097, Haupteingang, Lindhooper Straße 67, 27283 Verden (Aller) vorgesehen. Die Erörterung wird bei Bedarf an den folgenden Arbeitstagen fortgesetzt. Der Erörterungstermin ist öffentlich. Ein Recht zur Teilnahme haben neben den Vertretern der beteiligten Behörden, der Antragsteller und diejenigen, die rechtzeitig Einwendungen erhoben haben. Sonstige Personen können als Zuhörer am Termin teilnehmen, sofern genügend freie Plätze zur Verfügung stehen. Die Entscheidung über den Genehmigungsantrag wird allen Einwendern schriftlich zugestellt. Die Zustellung kann durch öffentliche Bekanntmachung ersetzt werden. Landkreis Verden Zuwegung NICHT AUSREICHEND...Die Sonne wird es an den Tag bringen....heißt es ja so schön, aber hier tut's auch mal der Winter: Man konnte in den letzten Tagen auf der Giersbergstraße nicht nur wunderbar Schlitten fahren, sondern hier auch sehr schön sehen, dass die Straße für eine agrarindustrielle Nutzung auch sehr viel breiter sein müsste, als von unserer Gemeinde und Bauamtsleiter Bethge befunden: Bethge: "Ich bin dort mit dem Fahrrad langgefahren - die Straße ist breit genug!".... Für sein Fahrrad vielleicht..... Angesichts dieses Bildes ist uns nach wie vor schleierhaft, wie die Gemeinde grundsätzlich auf die Idee kommen kann, diesen ausgewiesenen Radwanderweg für den Schwerlastverkehr freizugeben. Aber vielleicht hat Herr Bethge ja schon einen geheimen Plan, wie er 125.000 Hähnchen für den geplanten Maststall mit dem Fahrrad transportieren kann... Denn anders können wir uns seine Aussage nämlich nicht erklären.... |
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