
Masthühner werden meist in fensterlosen, klimatisierten Hallen in Gruppen von 10.000 und mehr Tieren gehalten. Üblich ist die sogenannte Kurzmast (Intensivmast, »Turbomast«), bei der die Tiere ihr Schlachtgewicht von 1,4 bis 1,6 kg bereits im Alter von 30 bis 35 Tagen erreichen. Durch die Überzüchtung der Tiere sind Gewichtszunahmen von 55 bis 60 Gramm pro Tag die Regel. Was sich nach eventuell nach wenig anhört, wird deutlicher, wenn man es auf den Menschen überträgt: Ein Masthuhn kann pro Tag etwa 6,5% Körpergewicht zunehmen. Für ein Kind, das 30 kg wiegt, würde das eine tägliche Gewichtszunahme von 2 kg bedeuten. Kein Wunder also, dass die Hühner oft unter ihrem eigenen Gewicht zusammenbrechen.
Den Hühnern wird außerdem kaum Platz zugestanden: Bis zu 26 Tiere müssen sich in der Regel einen Quadratmeter teilen. Das entspricht weniger als 2/3 eines DIN-A4-Blattes pro Huhn.
Zu den Grundbedürfnissen von Hühnern zählen Erkunden, Suchen, Scharren sowie vielfältige Pickaktivitäten wie Ziehen, Reißen, Hacken und Bearbeiten veränderbarer Nahrungsbestandteile mit dem Schnabel. Da außer etwas Einstreu (z.B. Sägemehl oder Hobelspäne) und den Futter- sowie Tränkeinrichtungen die Massentierhaltungs-Hallen meistens kahl sind, können die Tiere diese Triebe nicht ausleben.
Hinzu kommt, dass die Masthühner ausschließlich industriell aufbereitetes Kraftfutter mit hohem Energie- und Proteingehalt bekommen. Dadurch wird die Zeit für die Nahrungsaufnahme stark verkürzt, und das arteigene Bedürfnis, nach Nahrungsteilen zu suchen und diese zu bearbeiten, wird frustriert. Eine typische Ersatzhandlung ist u.a. das verstärkte Federpicken. Abhilfe wäre über die Zugabe von Grundfutter wie Möhren, Maiskolben und Grünfutter zumindest teilweise leicht zu schaffen. Da die Geflügelindustrie aber jeden Mehraufwand scheut, wird nicht gehandelt.
An den Futtertrögen wird jedem Masthuhn 1 bis 3 cm Platz zugestanden. Ungestörtes, gleichzeitiges Fressen ist somit unmöglich. Als Folge klettern die Tiere am Trog übereinander und verletzen sich gegenseitig – Todesfälle sind nicht selten (siehe Bilder weiter unten).
Platzmangel und fehlende Beschäftigungsmöglichkeiten führen zu Dauerstress für die Tiere. Gelegenheit zum Ruhen haben die Tiere dabei fast gar nicht, wie Untersuchungen belegen: Nur 4% der Ruheperioden dauern länger als drei Minuten; die Mehrheit der Ruheperioden ist sogar kürzer als 60 Sekunden.
Je höher die Bestandsdichte, desto weniger pflegen sich die Masthühner. Stattdessen kommt es durch ein Leben in den eigenen Exkrementen (gereinigt werden die Hallen während der Mast nicht) zu hohen Ammoniakbelastungen. Bei den typischen Besatzdichten erleiden so bis zu einem Drittel aller Tiere durch das Liegen auf durchfeuchteter Einstreu Verätzungen.
Schon bei Besatzdichten von mehr als 10 Tieren pro m² steigt in Verbindung mit der Konkurrenz um die Futterstellen und dem Fehlen von Sitzstangen und anderen Ausweich-und Rückzugsmöglichkeiten die Anzahl aggressiver Auseinandersetzungen. Weil die unterlegenen Tiere in der herrschenden räumlichen Enge ihre Demutshaltungen nur unvollständig zeigen und keine Deckung suchen können, werden Angriffe häufig über das normale Maß hinaus fortgesetzt. Um die Aggressionen halbwegs im Griff zu behalten, werden die Masthühner in Dämmerlicht gehalten.
Obwohl Masthühner in der Regel noch nicht einmal sechs Wochen alt werden, leiden die Tiere zum Schlachttermin regelmäßig an zahlreichen schmerzhaften Krankheiten. Besonders häufig sind:
Die Krankheiten tragen dazu bei, dass schon nach 30 bis 35 Tagen 6-7% der Tiere gestorben sind. Eine erschreckende Quote, die sich bei einer längeren Mast noch deutlich erhöhen würde. Ursachen sind einerseits die Zucht auf extrem schnelles Körperwachstum und die Ausbildung großer Muskelpartien an Brust und Schenkeln (»Qualzucht«), andererseits auch die mangelnde Bewegung, hervorgerufen durch die hohen Besatzdichten und fehlende Erkundungs- und Beschäftigungsanreize. Diese Bedingungen müssen in der EU jedes Jahr über 5 Milliarden Tiere über sich ergehen lassen – so hoch sind die Schlachtzahlen.
Vermeidbar wären diese Folgen, wenn einerseits langsamer wachsende Zuchtlinien gewählt würden und andererseits Möglichkeiten und Anreize zu mehr Bewegung geschaffen würden. Die Besatzdichte dürfte in der Endmast nicht mehr als 13 Hühner pro m² betragen. Außerdem müsste es Grundfutter, Körner, Strohballen, Sitzstangen sowie ggf. Auslauf geben.
Aus diversen Forschungsarbeiten geht klar hervor, dass die Besatzdichte unter 25 kg Lebendgewicht pro m² gehalten werden muss (weniger als 17 Tiere pro m² in der Endmast), um das Wohlergehen der Masthühner nicht ernsthaft einzuschränken. Üblich sind aber 35 kg pro m². Damit widersprechen die aktuellen Bedingungen dem Gedanken von § 2 Nr. 1 und Nr. 2 des Tierschutzgesetzes. Auch dem Laien wird das beim Anblick dieser Bilder klar:

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