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100.000er Hähnchenmaststall in Etelsen-Giersberg - NEIN DANKE!

NDR: Offenbar illegaler Antibiotika-Einsatz bei Geflügelmast

Montag, den 14. Mai 2012 um 08:46 Uhr | Author: Administrator | PDF Drucken E-Mail
Berlin - Geflügelmäster in Nordrhein-Westfalen haben einem Bericht des Rundfunksenders NDR zufolge ihren Tieren offenbar illegal Antibiotika verabreicht. Dies gehe aus einer bislang unveröffentlichten Studie des Landesamtes für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz in NRW (Lanuv) hervor, wie NDR Info am Wochenende berichtete. Ein Sprecher des Bundesverbraucherschutzministeriums erklärte am Sonntag, die "gravierenden Missstände" deuteten auf ein "schweres Kontrollversagen" der Landesbehörden hin.
Mehr zum Thema: HIER!

 
Sonntag, den 06. Mai 2012 um 12:25 Uhr | Author: Administrator | PDF Drucken E-Mail

Gegen die Errichtung von agrarindustriellen Mastanlagen kämpfen weiterhin:

Aktionsbündnis Schleswig-Holstein "Bauernhöfe statt Agrarfabriken"

Bürgerinitiative Köhren-Harpstedt: http://contra-tierfabriken.de

Bürgerinitiative Hatten http://www.buendnis-mut.de/hatten.html

Bürgerinitiative Amelhausen-Moorbeck: Link:
http://www.buendnis-mut.de/amelhausen.html

 

An dieser Stelle verweisen wir auch gerne auf das Bündnis MUT als Zusammenschluss von zahlreichen Organisationen und Bürgerinitiativen im Oldenburger Land.

Am Bündnis sind folgende Bürgerinitiativen, Vereine, Umweltschutz- und Verbraucherverbände und Einzelpersonen beteiligt:

  • Bürgerinitiative Köhren-Harpstedt
  • Bürgerinitiative Amelhausen/Moorbeck
  • Bürgerinitiative Hatten
  • Bürgerinitiative gentechnikfreie Region Landkreis Oldenburg
  • Bürgerinitiative gegen Hähnchenmast im Rheiderland
  • Arbeitslosenselbsthilfe Oldenburg e. V.
  • Tierschutzgruppe Wildeshausen e. V.
  • Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e. V.
  • Netzwerk Bauernhöfe statt Agrarfabriken
  • Bundesverband Deutscher Milchviehhalter e. V.
  • Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems e. V.
  • Nabu Oldenburger Land e. V.
  • BUND Ammerland
  • attac
  • Arbeitsgemeinschaft für Hude e. V.



 

BVerwG bestätigt: Keine Mastställe in Meppen

Sonntag, den 01. April 2012 um 10:52 Uhr | Author: Administrator | PDF Drucken E-Mail

Bundesverwaltungsgericht bestätigt: Keine Mastställe in Meppen

Meppen. Die Stadt Meppen bemüht sich seit 2006 darum, den Bau von Mastställen im Stadtgebiet besser zu lenken und hat deshalb Bebauungspläne erarbeitet und zum Teil in Kraft gesetzt. Gegen einen hatte ein bauwilliger Landwirt erfolglos geklagt – jetzt hat das Bundesverwaltungsgericht Leipzig auch die Revision des Landwirtes gegen ein Urteil des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichtes (OVG) zurückgewiesen. Das OVG hatte die Wirksamkeit des Bebauungsplanes für den Siedlungsrand der Ortschaften Versen, Fullen und Rühle in Meppen bestätigt.

Der Landwirt aus Groß Fullen hatte nun gegen die Nichtzulassung der Revision geklagt und blieb auch dabei erfolglos. Damit werden die Wohngebiete der im westlichen Stadtgebiet gelegenen Dörfer vor neuen Stallanlagen, die zusätzliche Immissionen verursachen, geschützt. „Die Stadt Meppen hat als eine der ersten Kommunen bundesweit die Möglichkeit der Bauleitplanung genutzt. Der jetzige Beschluss zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagte Bürgermeister Jan Erik Bohling in einer Pressemitteilung.

Die hohe Konzentration von Massentieranlagen führt bereits seit Jahren zu Konflikten mit der Wohnbevölkerung. Der Rat der Stadt Meppen beschloss am 6. Juli 2006 den Bebauungsplan Nr. 360 für den Siedlungsrand der Ortschaften Rühle, Fullen und Versen. Dieser umfasst eine knapp 1400 Hektar große Fläche des Außenbereichs. In dem Gebiet des Bebauungsplanes wird die Tierhaltung auf bestimmte verträgliche Flächen begrenzt. Landwirte dürfen ihren vorhandenen Tierbestand nur noch dann verändern oder erhöhen, wenn durch den Einsatz von Filtertechnik die Umweltauswirkungen kompensiert werden.

Gegen den Bebauungsplan hatte ein Landwirt aus Groß Fullen ein Normenkontrollverfahren beantragt. Der erste Senat des OVG hat den Antrag durch Urteil vom 13. September 2011 abgewiesen. Die Lüneburger Richter kamen zu dem Entschluss, dass der von der Stadt Meppen erlassene Bebauungsplan rechtmäßig und wirksam ist. Eine Revision wurde nicht zugelassen.

Die Beschwerde des Landwirtes gegen die Nichtzulassung der Revision wurde mit Beschluss des Bundesverwaltungsgerichtes Leipzig vom 23. März (Aktenzeichen BVerwG 4BN39.11) zurückgewiesen. „Das Gericht hat die Rechtsauffassung der Stadt Meppen bestätigt“, erklärte Städtischer Oberrat Matthias Wahmes. Der Beschluss verschaffe endgültig Rechtssicherheit.

[Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung, 27.03.2012]

 

 

Rückzahlung von Spenden

Sonntag, den 18. März 2012 um 19:02 Uhr | Author: Administrator | PDF Drucken E-Mail

Nach fast 4 Jahren teilte der Landkreis Verden endlich gegen Ende des letzten Jahres mit, dass der von Landwirt Jürgen Ernst eingereichte Bauantrag für eine geplante Mega-Hähnchenmast-Anlage mit 100.000 Tieren endgültig abgelehnt wurde. Der Landwirt hat darauf verzichtet, gegen den Ablehnungsbescheid des Landkreises zu klagen. Damit erübrigt sich in dieser Sache auch eine Klage der IGM Hähnchenmaststall GBR, für die in der Vergangenheit Spenden gesammelt wurden.

Die IGM Hähnchenmaststall GBR möchte an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen, und sich noch einmal ausdrücklich bei jedem Einzelnen bedanken, der durch tatkräftige Mitarbeit, Unterstützung in jeder Form, sei es durch Anrufe, Briefe, E-Mails und nicht zuletzt auch durch finanzielle Zuwendungen die Arbeit der Bürgerinitiative unterstützt hat.

„Wir haben viele Spenden erhalten, mit denen wir Anwaltskosten und Rechtsberatung finanzieren konnten. Nun sind wir in der glücklichen Situation, dass wir die Einzelspenden über 50 EUR - damals angekündigt - zurückzahlen können. Wir bitten die betreffenden Spender, uns bis zum 13. April 2012 schriftlich ihren Rückzahlungswunsch mitzuteilen. Benötigt werden Name + Anschrift, die aktuellen Kontodaten sowie ein Nachweis (z.B. Kopie des Einzahlungsbelegs) des seinerzeit gespendeten Geldbetrages, damit bei der Rücküberweisung der Spenden nichts schiefgeht.“, so Andrea Arndt, Sprecherin der IGM Hähnchenmaststall.

Über den genauen Verwendungszweck des Restbetrages und die Zukunft der IGM Hähnchenmaststall GBR soll in einer öffentlichen Veranstaltung diskutiert werden. Der genaue Termin, der nach den Osterferien stattfinden soll, wird noch bekanntgegeben.

IGM Hähnchenmaststall GBR
- Andrea Arndt -
Goetheweg 8
27299 Langwedel

 

Agrarindustrie in der Antibiotika-Falle

Mittwoch, den 08. Februar 2012 um 20:59 Uhr | Author: Administrator | PDF Drucken E-Mail

Agrarindustrie in der Antibiotika-Falle

Veröffentlicht am 28. Jan 2012, Quelle: Albert-Schweitzer-Stiftung

Die Welle der negativen Publicity für die Agrarindustrie reißt nicht ab. Insbesondere das Thema Antibiotikamissbrauch hält sich schon seit vielen Wochen in den Medien. Kein Wunder: Dieser Aspekt der Massentierhaltung bedroht uns und unsere Gesundheit unmittelbar – bei anderen Themen wie den Emissionen von Treibhausgasen, der Überdüngung von Böden, der Verschwendung von Wasser etc. sind die Zusammenhänge komplexer und schaffen es daher bei vielen Menschen nicht ins Bewusstsein.

Doch beim Missbrauch von Antibiotika geht es direkt um Menschenleben: 15.000 Menschen sterben allein in Deutschland in jedem Jahr an resistenten Keimen – darunter auch viele Kinder. Der Experte Dr. Hermann Focke, der mit seinem Buch »Die Natur schlägt zurück« maßgeblich dazu beigetragen hat, die Welle ins Rollen zu bringen, weist darauf hin, dass diese Zahl deutlich höher ist als die der Drogentoten.

Im Grunde ist es egal, ob die Agrarindustrie wegen ihres Antibiotikamissbrauchs oder ihrer vielen anderen Vergehen an Mensch, Tier und Umwelt in die Zange genommen wird, denn die hohen Antibiotikagaben gehören untrennbar zum System der Intensivtierhaltung: Wer viele überzüchtete Tiere auf engstem Raum zusammenzwängt, Amputationen an ihnen vornimmt, ihnen keine ausreichende Bewegung, (fast) kein Sonnenlicht und das falsche Futter gibt, der braucht auch Antibiotika, um die so zwangsweise entstehenden Krankheiten in den Griff zu bekommen. [Mehr lesen auf den Seiten der Albert-Schweitzer-Stiftung]

 

Antibiotika in der Hühnermast - und die Hintergründe

Freitag, den 03. Februar 2012 um 21:13 Uhr | Author: Administrator | PDF Drucken E-Mail

Massentierhaltung

Der Zoff um die Antibiotika-Hühner

Von Christian Teevs, spiegel-online

Landwirtschaft: Zu viel Antibiotika im Geflügel
DPA

Eine Studie sorgt für Aufregung: Viele Hähnchenfleischprodukte enthalten laut BUND antibiotikaresistente Bakterien. Die Geflügelwirtschaft spricht von Angstmache, Ministerin Aigner will die massive Behandlung eindämmen.

Berlin - Die Verteidigung der Massentierhaltung nimmt manchmal groteske Züge an. So warnte Bauernpräsident Gerd Sonnleitner am Dienstag davor, beim Streit über den Antibiotika-Einsatz nur den Landwirten die Schuld zu geben. "Die Hälfte der Antibiotika, die bei Tieren eingesetzt werden, gehen in die Haustiere - Hund, Katze, Hamster. Eine Übertragung ist auch da möglich."

aus urheberrechtlichen Gründen hier nur ein Ausschnitt - der gesamte Bericht ist auf Spiegel online nachzulesen.

 

Einige Anfragen der Grünen Landtagsfraktion zu Mastanlagen

Mittwoch, den 21. Dezember 2011 um 21:28 Uhr | Author: Administrator | PDF Drucken E-Mail

1 Zum Schutz der menschlichen Gesundheit: Grüner 14-Punkte Plan gegen Antibiotika in der Massentierhaltung

Jüngst wurden in Niedersachsen erschreckende Zahlen vorgestellt. In 85% aller Mastdurchgänge werden Antibiotika eingesetzt, in 75% der Durchgänge sogar mehr als zwei verschiedene Mittel. Brisant ist außerdem das Ergebnis einer von Gesundheitsministerin Özkan am 10. November veröffentlichten Studie. Diese kommt nach Untersuchungen in über 30 Krankenhäusern in Niedersachsen zu dem Ergebnis, dass 22 Prozent der multiresistenten Keime bei Menschen aus dem landwirtschaftlichen Bereich gefunden wurden. Gleichzeitig geht die Bundesregierung von 7.500 bis 15.000 Toten durch Krankenhauskeime aus. Ein Handeln ist zum Schutz der menschlichen Gesundheit überfällig.

Pressemitteilung: GRÜNE legen Programm zur Reduzierung von Antibiotika in der Tiermast vor
http://www.christian-meyer-gruene.de/cms/presse/dok/399/399767.gruene_legen_programm_zur_reduzierung_vo.html

GRÜNES 14-Punkte-Programm zur Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes in der Tierhaltung
http://www.fraktion.gruene-niedersachsen.de//cms/default/dokbin/399/399762.gruenes_14_punkteprogramm_zur_reduzierun.pdf

Pressemitteilung: GRÜNE fordern Register zum Arzneimitteleinsatz in der Landwirtschaft – Massentierhaltung fördert gefährliche multiresistente Keime

http://www.christian-meyer-gruene.de/cms/presse/dok/396/396178.gruene_fordern_register_zum_arzneimittel.html

Im Oktober wurden Zahlen für NRW veröffentlicht, die den steigenden Missbrauch von Antibiotika in der industriellen Hühnermast eindeutig belegen. Deshalb forderte ich von der Landesregierung des geflügelreichsten Bundeslandes Niedersachsen sich der Verantwortung zu stellen und einen Maßnahmenkatalog für die dringend notwendige Reduzierung von Arzneimittelgaben in der Tiermast vorzulegen.

 

Pressemitteilung: Landesregierung muss entschiedener gegen Antibiotika-Missbrauch in der Tierhaltung vorgehen

http://www.christian-meyer-gruene.de/cms/presse/dok/394/394739.landesregierung_muss_entschiedener_gegen.html

Im Juli veröffentlichten mehrere Länder eine Initiative für eine Erfassung des Antibiotika-Einsatzes in der Massentierhaltung von Geflügel in einer zentralen Datenbank. Bei Rindern und Schweinen ist die Erfassung der Zahlen von Arzneimittelverwendungen, nach Postleitzahlen aufgeschlüsselt, in der bundeseinheitlichen Datenbank (DIMDI) bereits üblich. Solch eine Erfassung ist bei Geflügel ein längst überfälliger Schritt. Deshalb habe ich die Initiative sehr begrüßt.

Niedersachsens Landesregierung hatte letztes Jahr im Bundesrat mit dafür gesorgt, dass die Daten des Medikamenteneinsatzes für Geflügel nicht erfasst werden. Es ist skandalös, dass aus ökonomischen Interessen ganze Bestände mehrfach mit Antibiotika behandelt werden und die menschliche Gesundheit durch immer robustere, resistente Keime gefährdet wird. Der Gesundheits- und Verbraucherschutz muss hier Vorrang vor den Profiterwartungen der Mastindustrie haben!

Pressemitteilung: Landtagsgrüne begrüßen Vorstoß zur Antibiotika-Erfassung

Meyer: Absurde Ausnahme für Geflügellobby muss beseitigt werden
http://www.christian-meyer-gruene.de/cms/presse/dok/385/385866.landtagsgruene_begruessen_vorstoss_zur_a.html

 

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Rothkötter-Schlachthof in Wietze holt Hähnchen aus Dänemark

Sonntag, den 13. November 2011 um 14:03 Uhr | PDF Drucken E-Mail

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) bezweifelt die in der Celleschen Zeitung zitierten Angaben des niedersächsischen Wirtschaftsministers Jörg Bode, wonach der Geflügelkonzern Rothkötter für seinen Mega-Schlachthof in Wietze (bei Celle) lediglich zu einem Prozent auf Masthühner-Lieferungen aus Dänemark zurückgreifen werde. Informationen von Brancheninsidern zufolge habe Rothkötter für seinen unausgelasteten Schlachthof etwa 40 dänische Mäster beim dortigen Geflügelkonzern Rose Poultry abgeworben. Sollten diese Angaben zutreffen, wären dies – bezogen auf den Schlachthofbedarf in der ersten Ausbaustufe –  etwa 40 Prozent der Tiere. Angesichts der offensichtlichen Probleme des Rothkötter-Konnzerns, im Umkreis von 100 km auch nur annähernd genug Mäster anzuwerben, hätten diese Zahlen eine gewisse Plausibilität.

Nach Einschätzung der AbL kommen viele Tiere für Rothkötters Schlachthof in Wietze ohnehin aus Regionen außerhalb eines Umkreises von 100 – 150 Kilometern, der nach Ansicht von Experten noch rentabel hinsichtlich der Transportkosten sei. Rothkötter habe mangels Interesse der allermeisten Landwirte schließlich seine Werbeanstrengungen auf Schleswig-Holstein und auch auf Dänemark ausdehnen müssen. Es sei fraglich, wie lange der Schlachthof in Wietze diese Konkurrenz-Nachteile verkraften könne. Es stelle sich auch die Frage, ob Rothkötter jemals die ursprünglich geplante Endausbaustufe, wofür ca. 400 Mäster erforderlich wären, erreichen könne – und ob Rothkötter dann die Subventionen in Höhe von ca. 7 Millionen Euro zurückzahlen müsse.  

AbL-Agrarindustrie-Experte Eckehard Niemann verwies darauf, dass die allermeisten Landwirte den Einstieg in eine konzernabhängige, gesellschaftlich inakzeptable Qualhaltung in Agrarfabriken mit ihren bedenklichen Geruchs- und Keim-Emissionen ablehnten. Zudem habe der der Verdrängungswettbewerb der Geflügelkonzerne zu einer dramatischen Überproduktion und damit zu weitgehend ruinösen Verhältnissen geführt. „Wegen der Überproduktion und der gestiegenen Kosten für Futtermittel, Stallbau und Genehmigungs-Gutachten verdient nach unseren Berechnungen kaum ein Neueinsteiger in diese Branche auch nur einen Cent“, so Niemann, „viele Mäster werden in den nächsten Jahren sogar viel Geld dazulegen müssen.“ Die AbL forderte den sogenannten „Verband bäuerlicher Hähnchenmäster“ auf, endlich offen die Misere der Vertragsmäster zu benennen und seine Konzernabhängigkeiten und seine Verflechtungen mit dem Zentralverband der deutschen Geflügelwirtschaft zu beenden. 
Die AbL forderte die Landesregierung auf, recht bald über ihren Tierschutzplan und Bundesrats-Initiativen die agrarindustrielle Qualmast zu beenden. Die Haltung von 20 qualgezüchteten Masthühnern auf nur einem Quadratmeter führe bei den Tieren, die die ganze Mastperiode auf ihrem eigenen Kot stehen müssten, zu schmerzhaften Fußballenentzündungen. Solche Haltungsbedingungen führten zu hohen Antibiotika-Aufwendungen und zur Ausbildung bedrohlicher resistenter Keime. Wichtig seien jetzt Landes- und Bundesprogramme zur Förderung einer konzernunabhängigen und artgerechten Haltung auf bäuerlichen Betrieben mit eigener Futtergrundlage, mit handwerklicher Verarbeitung und mit regionaler Vermarktung. (ABL, 13.11.2011)

 

AbL gegen Beschönigung agrarindustrieller Geflügel-Qualhaltung

Montag, den 31. Oktober 2011 um 23:00 Uhr | Author: Administrator | PDF Drucken E-Mail

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) hat den Niedersächsischen Geflügelwirtschaftsverband (NGW) aufgefordert, sich endlich mit ernstzunehmenden Beiträgen an der öffentlichen Diskussion über die agrarindustrielle Geflügelhaltung zu beteiligen. Mit der bisher praktizierten Schönfärberei der Qualhaltung in Agrarfabriken werde die Branche weiter im gesellschaftliche Abseits verharren, mit ihrer Überschussproduktion viele abhängige Vertragsmäster ruinieren und mit ihren Soja-Importen und ihren Dumping-Billigexporten die Existenz vieler Landwirte in den Ländern des Südens vernichten. Angesichts immer neuer Enthüllungen über den massiven Antibiotika-Einsatz in den Großmastanlagen und die Ausbreitung resistenter Keime würden beschönigende Floskeln der Geflügel-Lobby von Bürgern und Verbrauchern als zynisch empfunden.

Der niedersächsische AbL-Landesvorsitzende Martin Schulz kritisierte in diesem Zusammenhang scharf die Aussagen bei einer NGW-Vortragsveranstaltung in Wildeshausen, bei der der NGW-Vorsitzende Hoffrogge laut Presseberichten von einer „ethisch vertretbaren Tierhaltung“ geschwärmt habe, bei der man „nichts zu verbergen“ habe: „Wenn Daten über den Antibiotika-Einsatz nicht veröffentlicht werden“, so Schulz, „dann entlarvt sich dieses Gerede von Transparenz von selber.“ Hoffrogges positive Darstellung der Produktionssteigerung verschleiere, dass genau diese Überschüsse massiv auf die Erzeugerpreise der Vertragslandwirte drückten.

Als „abwegig“ bezeichnete die AbL die in der Presse zitierten Äußerungen des Berliner Agrarökonomie-Professors von Witzke, die Chancen der deutschen Geflügelwirtschaft lägen darin, „mehr zu produzieren und zu exportieren“ und so den Nahrungs-Bedarf der steigenden Weltbevölkerung und der armen Länder zu decken. Diese „abenteuerlichen Aussagen“ widersprächen nicht nur diametral den Forderungen des UN-Weltagrarberichts nach einer Ernährungssouveränität der Länder und deren Selbstversorgung durch die gezielte Förderung der Kleinbauern vor Ort. Von Witzke müsse eigentlich auch wissen, dass die deutschen Geflügelproduzenten auch nicht annähernd mit der Billigproduktion der brasilianischen und US-Konzerne mithalten könnten.

Als „zynische Verdrehung“ wertete die AbL auch die zitierten Äußerungen des CDU-Abgeordneten große Macke, wonach der Welthunger nicht „mit Produktionstechniken von vor 30 Jahren“ bekämpft werden könne. Die Welt, so AbL-Sprecher Schulz, könne mitnichten dadurch ernährt werden, dass Gensoja in Südamerika Kleinbauern und den Regenwald verdränge und die damit hier erzeugte Überschussproduktion mit Dumping-Exportpreisen die Geflügelhalter in armen Ländern ruinierten.

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